Tuchfabrik Gebr. Pfau Crimmitschau

Objekt des Monats

Mit unserer neuen Serie Objekt des Monats möchten wir ihnen regelmäßig besondere Objekte präsentieren, die nur selten - etwa im Rahmen von Ausstellungen - oder bisher noch nie gezeigt wurden. Die Auswahl erfolgt darüber hinaus auch im Hinblick auf unsere kommende Dauerausstellung. Welche Objekte repräsentieren die lokale oder überregionale Textilgeschichte besonders gut? Diskutieren Sie mit uns und schicken Sie Ihre Anmerkungen, Vorschläge oder Hinweise an das Museum! Das jeweilige aktuelle Objekt finden Sie auch als Original im Foyer des Museums. Kommen Sie doch mal wieder vorbei!

Handspielpuppe aus Voltex

Die Handpuppe wurde von Christa Franke aus Voltex-Stoff selbst genäht. Das hochflorige, plüschige Textil war eine Spezialität des VEB Volltuchwerke Crimmitschau und wurde insbesondere zu Spielwaren, wärmendem Futter aber auch zu Oberbekleidung verarbeitet.

Für Voltex wurde loses Fasermaterial direkt auf einen Trägerstoff aufgenäht. Es entstand eine Art Kunstpelz. Das Verfahren war von dem aus Neukirchen bei Crimmitschau stammenden Heinrich Mauersberger entwickelt worden. Es stellt eine Variante der sogenannten Mali-Techniken (Malimo, Maliwat, Malipol) dar, bei denen Faden- oder Fließlagen durch Übernähen zu textilen Flächen vereinigt wurden. Durch dieses Nähwirkverfahren war eine wesentlich zügigere und materialsparendere Produktion als beim klassischen Weben möglich. Crimmitschau hatte sich seit 1967 zum wichtigsten Zentrum für die Voltex-Produktion entwickelt.

Christa Franke, Handspielpuppe aus Voltex, um 1980 (Polyacryl, Wolpryla / Voltex, 32 x 20 cm, Inv. 262)

Selbstgenähte schwarze Stoffhandpuppe