Lesung von Maria Gleits „Macht nichts, Barbara!“
Die vergessene Crimmitschauer Autorin Maria Gleit (1909−1981)
Lesung mit dem Historiker Vojin Saša Vukadinović, der Gleits Romane „Abteilung Herrenmode" und „Macht nichts, Barbara!“ im Wiener Verlag, Das vergessene Buch neu herausgegeben hat.
Die Schriftstellerin Maria Gleit wurde 1909 in Crimmitschau als einzige Tochter einer Weberfamilie geboren. Durch ihren Lebensgefährten, den sozialdemokratischen, jüdischen Publizisten Walther Victor (1895−1971) kam sie früh zum Schreiben. 1933 legte sie ihr Debüt „Abteilung Herrenmode“ vor, auf den bald darauf ihr Zweitling „Macht nichts, Barbara!“ folgte. Beide Romane haben die Selbstfindung einer jungen Frau in der Metropole Berlin am Ende der Weimarer Republik zum Thema. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten verstellte die vielversprechende Karriere der jungen Schriftstellerin jedoch, und „Abteilung Herrenmode“ wurde bereits 1935 als „unerwünscht“ klassifiziert. Gleit und Victor setzen sich zunächst an den Bodensee ab, bevor sie sich Schweizer Exil begaben. Trotzdem konnte Gleit noch einige Jahre in Deutschland publizieren. 1938 erschien etwa ihr Kinderbuch „Mein Vater war auch dabei", in dem sie sich mit der Arbeitergeschichte ihres Vaters in Crimmitschau befasste. 1942, als Gleit und Victor bereits in den USA lebten, erließen die Nationalsozialisten ein Totalverbot aller Schriften Gleits. Nach dem Zweiten Weltkrieg trennte sich das Paar. Während Victor in die DDR ging, wo er ein anerkannter Literaturkritiker werden sollte, kehrte Gleit in die Schweiz zurück. Zum Schreiben fand sie nicht mehr. Von der Literaturwelt nahezu gänzlich vergessen, nahm sie sich 1981 im Tessin das Leben.
- Veranstaltungsart:
- Lesung
- Mitwirkende:
- Historiker Vojin Saša Vukadinović
- Eintritt:
- 6 € / 4 €